In diesem Beitrag erscheinen Ausschnitte aus den Büchern, die ich geschrieben habe. Bei jedem Buchfragment kannst du Kommentare, Ergänzungen, Korrekturen anbringen.
Du kannst auch den Inhalt des ganzen Buches online bestellen, oder das physische Buch selbst. Die Kommentare und Kritiken werde ich dauernd bearbeiten, sodass sich auch der Inhalt des Buches laufend verändern kann. So kann ein lebendiger Austausch zwischen Autor und Leser*innen entstehen.
Um meine Schreibarbeit besser einordnen und auch verstehen zu können, will ich ein paar wichtige Eckdaten aus meiner Biographie anfügen.
Jeder hat sein ganz persönliches Schicksal und jede ihres, im Guten wie im Schlechten. Ich wurde als siebtes Kind 1956 in der Ostschweiz geboren. Nach mir kam noch eine Schwester und komplettierte die christlich konservative Kleinbauernfamilie. Mein Vater sah seine Aufgabe damit erfüllt, möglichst viele Kinder zu erzeugen und sie zu ernähren. Die Familienbetriebsleitung überliess er meiner Mutter, die ausser Geld zu verdienen alles managte.
Ich fand in der zu grossen Familie meinen Platz nicht. Ich rebellierte meine ganze Kindheit und konnte mich nicht einordnen. Meine Mutter reagierte mit Liebesentzug, was mich zur Vernunft hätte bringen sollen, aber dazu führte, dass ich mich absonderte und in Fantasien flüchtete. Meine Hauptbeschäftigung bestand darin, mir mein eigenes Haus zu bauen, sei es eine Höhle im Wald, eine Baumhütte, ein alter Saustall oder ein Zelt.
In meiner Familie gab es einen Onkel, der zu liebebedürftig war, wie sich meine Mutter auszudrücken pflegte. Ich begriff überhaupt nichts, obwohl ich meinen Schwestern heimlich zuhörte, wenn sie Sachen besprachen, über die niemand reden sollte. Ihr Tuscheln vom Würstchen und was es «da unten» macht und dass das eklig sei… aber was denn? Ich hörte weiter zu, weil ihre Geheimnistuerei ungemein spannend war, aber ich verstand nicht. Auch nicht, als meine Mutter aus mir einen Jungen machen wollte, der anständig sei. Ich war doch anständig, was war falsch an mir? Irgendwie waren alle Männer falsch, das wusste ich bereits mit zwölf Jahren. Noch etwas wurde mir eingebläut; ich solle nie ein uneheliches Kind in die Welt setzen. Dabei wusste ich nicht einmal, wie man Kinder macht. Ich suchte Zuflucht in der Flucht. Kaum konnte ich mir ein eigenes Fahrrad leisten, fuhr ich nach Schweden, nach Frankreich, nach Griechenland und beschäftigte mich mit technischen Sachen. Elektronik zu verstehen ist einfacher als Sexualität, sie lässt sich messen. Als ich als angehender Elektroingenieur den Bericht des Club of Rome «Die Grenzen des Wachstums» las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Unsere Welt stimmte grundsätzlich nicht. Eine kapitalistische Gesellschaft mit dem dazugehörigen Wachstumszwang, geführt von frauenfeindlichen Patriarchen, die alle Übel totschweigen, beschönigen und leugnen, ist eindeutig auf dem Irrweg.
Was sollte ich tun?
Arbeiten, Geld verdienen, Reisen, und… Ich entdeckte das freie Theater machen. Ich studierte in Paris, dann in Bern und bevor das Studium abgeschlossen war, gründeten wir unser eigenes Theater «Hawoi». Wie nicht anders zu erwarten, entstanden in sechs Jahren Stücke über Inzest und Vergewaltigung, aber auch andere, als gelte es, uns aus dieser irrigen Welt zu befreien. Nach sechs Jahren Theaterarbeit widmete ich mich der Sozialarbeit. Meine Partnerin und ich gründeten unsere eigene Familie. Das brachte neue Herausforderungen und Einschränkungen. Die Kreativität musste ökonomischen Notwendigkeiten Platz lassen. Ich fand nur noch wenig Zeit für die Theaterarbeit, entdeckte aber das Schreiben, weil es zeitlich besser realisiert werden kann. Nun, dreissig Jahre später, lebe ich in Spanien und pflege einen Lebensstil möglichst nach den Kriterien der Permakultur. Im Verlauf der Zeit sind einige Bücher entstanden, die ich auf dieser Homepage zum Schnuppern präsentieren will.